Wer benötigt eine Tränenflasche?

 

Lukas 7,37.38
Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Als die vernahm, daß er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers, brachte sie ein Glas mit Salböl
und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küßte seine Füße und salbte sie mit Salböl.

Psalm 56,9
Zähle die Tage meiner Flucht, sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie.

In den biblischen Landen und zu biblischen Zeiten sammelten Leute ihre Tränen, die sie aus einem gerechten Anlaß vergossen hatten, um so vor Gott anzuzeigen, daß sie oftmals für Gottes Anliegen geweint hatten. Tränen, die aus Bosheit und anderen „ungerechten Anlässen“ vergossen worden waren, wurden nicht gesammelt. Nur die Tränen, die wegen der Herrlichkeit Gottes vergossen wurden, wurden auch aufbewahrt. Die Tränenflaschen wurden dann mit der Person beerdigt, nachdem diese gestorbeen war, um anzuzeigen, wie oft sie um Gottes willen geweint hatten. Die Frau in Lukas 7 weinte nicht so viel, daß sie Jesu Füße damit hätte waschen können (obwohl sie Tränen vergoß). Sie brachte ihre Tränenflasche mit und benetzte seine Füße mit diesen Tränen, die ihr ja so viel bedeuteten, um damit ihre große Liebe zu zeigen. Das bedeutete für sie ein großes Opfer, da sie diese Tränen nicht in ihrer Tränenflasche haben würde, wenn sie starb.
Der Vers in Psalm 56,9 zeigt an, daß Gottes Leute ihre Tränen nicht zu sammeln brauchen, da Gott ganz sicher all das, was wir für ihn tun, selbst in „Gottes Buch“ niederschreiben wird.


http://kinder.bibelcenter.de/freddy/d-gladtear.htm
schneider@bibelcenter.de
Wolfgang Schneider

Original by Michael Cortright
Letzte Änderung am 17.05.1998
by BibelCenter (Verlag Der Weg. Bonn)